Google vereinfacht den Produktkauf in der Suche

Mit Shopping Actions hat Google eine E-Commerce Funktion entwickelt, die eine Suche direkt mit dem Produktkauf verbindet und das organische Ranking dabei nicht beeinflusst.

Klingt das nicht praktisch? Sie tippen eine Suchanfrage bei Google ein oder nutzen den Sprachassistenten hierfür und die gesuchten Produkte können direkt über Google im Warenkorb platziert und ganz bequem an “Ort und Stelle” gekauft werden. Genau das wird nun möglich – durch Shopping Actions!

Bei Google verschmelzen Surfen und Kaufen

Natürlich macht Google das nicht ganz uneigennützig. Denn die allgegenwärtige Suchmaschine nutzt die eigenen gesammelten Daten, um sich hiermit einen Platz im E-Commerce Bereich zu sichern. Wer wüsste besser, was die Kunden wollen, als die Anlaufstelle sämtlicher Produkt- und Lebensfragen. Und wie Surjit Chatterjee, der Produktmanagement Director für Google Shopping, im Google Adwords Blog bekannt gab, werden Suchanfragen à la “wo kann ich … kaufen?” immer häufiger. In den letzten zwei Jahren sind solche Anfragen sogar um ganze 85 Prozent gestiegen. Auch durch die konstant steigende Nutzung von Smart Speakern, werden diese Anfragen beeinflusst. 44 Prozent der Nutzer, setzen die Speaker mindestens wöchentlich – vor allem beim Bestellen von alltäglichen Produkten – ein.

Als Reaktion auf diese Veränderungen, soll Shopping Actions den Weg von der Produktsuche bis hin zu Kaufabwicklung optimieren und vereinfachen. Durch das neue Programm wird Google zu einer Art riesigem E-Commerce Shop, mit universellem Warenkorb. Kunden können so über die händische sowie die Voice Suche Produkte suchen – egal ob per Mobile, Desktop oder Google Home. Auf Plattformen wie Google Assistant können Produkte für’s Voice Shopping bereitgestellt werden, was bei der zunehmenden Bedeutung von Voice Search durchaus eine zukunftsträchtige Idee darstellt.

Außerdem bietet das Programm den universellen Warenkorb, einen Instant Checkout mit gesicherten Bezahloptionen und eine Liste, die von den Kunden geteilt werden kann. All diese Möglichkeiten erhalten Sie sowohl auf Google.com als auch beim Assistant im Programm. Durch die Verbindung dieser Aspekte wird der Produktkauf für den Kunden sehr einfach. Sucht ein Kunde beispielsweise nach Spülmittel und sieht hierbei einen passenden Sponsored Link zu einem Verkäufer, der Teil des Shopping-Actions-Programms ist, kann er das Produkt direkt bei Google in den Warenkorb, den Google Express Cart, legen. Selbst wenn er zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Produkte zum Warenkorb hinzufügt, kann er das Spülmittel gemeinsam mit allen dort gespeicherten Produkten über einen eigenen Google Checkout erwerben.

 

Wie funktioniert das Programm für Verkäufer?

Unternehmen, die Teil des Shopping Actions Programms sind, zahlen einen Teil des Erlöses als Provision an Google. Diese Vergütung läuft allerdings über ein Pay-Per-Sale-Verfahren, sodass nur gezahlt werden muss, wenn ein Verkauf stattgefunden hat. Diese Gebühr deckt hauptsächlich die Zahlungsabwicklung im Checkout ab. Um das Programm noch profitabler für Unternehmen zu machen, setzt Google auf Daten und Erfahrung, damit Kunden zu Stammkunden werden. Möglichkeiten wie personalisierte Empfehlungen oder Ein-Klick-Nachbestellungen sind hier die Schlagwörter. Kauft ein Kunde beispielsweise regelmäßig Rasierklingen, wird ihm dank AI und Machine Learning zum passenden Zeitpunkt das entsprechende Produkt bei Google angezeigt. Der lernfähige und universelle Warenkorb wird dadurch immer greifbarer.

Wobei hier abzuwarten bleibt, inwieweit Google nach der neuen EU-DSGVO noch solche und ähnliche Daten sammeln und verwerten darf. Es ist anzunehmen, dass einige Möglichkeiten nach dem 25.05.2018 gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein werden. In wenigen Wochen wissen wir mehr.

Erste Partner verzeichnen positive Resultate

Bisher ist das Programm nur ausgewählten Partnern in den USA vorbehalten. Einer davon ist der Retailer Target, der bisher innerhalb von sechs Monaten einen knapp 20-prozentigen Zuwachs bei den Google Express Baskets verzeichnet. Die Partnerschaft soll demnächst soweit gehen, dass auch die vorhandenen Target Accounts mit Google Accounts verknüpft werden können. Alles in allem klingt die Partnerschaft mit Googles Shopping Actions durchaus wie eine vielversprechende Möglichkeit für Retailer im E-Commerce. Zumal die Suchmaschine mit dem Programm und den darin eingesetzten Mengen an gespeicherten Daten für personalisierte Angebotserstellungen, sogar Riesen wie Amazon und Zalando ernstzunehmende Konkurrenz machen könnte.

Die Sorge der Branche, Retailer die am Programm teilnehmen, könnten Vorteile im organischen Ranking erhalten, hat Google bereits ausgeräumt wie Googles Danny Sullivan bei Twitter bestätigte:

Was bietet das neue Programm also?

Letztlich bietet das Programm zukunftsgewandte Technologien, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, alles sofort, schnell und einfach zu erhalten ohne viele Klicks. Vor allem der Einbezug des Sprachassistenten ist nur ein weiterer Fingerzeig in Richtung Fortschritt von Voice Search und resultierend quasi das Voice Shopping. Retailer könnten auf die Ausrichtung Googles setzen und die so wichtige Suche zum Zentrum für das Online Shopping machen und vor allem durch den unkomplizierten Checkout und den universellen Warenkorb die Conversions steigern. Wann das Programm auch in Deutschland gelauncht wird, steht aktuell noch nicht fest aber wir halten Sie über alle Entwicklungen auf dem Laufenden!