Die Qual der Wahl: Die beliebtesten Instagram-Formate im Jahr 2026
- Sophia von Buchwaldt

- vor 5 Stunden
- 9 Min. Lesezeit

Stories, Karussells, Reels und Co.: Die beliebte Social-Media-Plattform ist wie eine digitale Kirmes voll mit bunten Angeboten, die die Aufmerksamkeit der User fesseln. Das stellt viele Business-Accounts und Profile, die wachsen oder relevant bleiben möchten, vor die Wahl. Welches Format sorgt für die größte Reichweite, passt am besten zum Content und zur Zielgruppe? Metricool hat die Instagram-Formate analysiert und aktuelle Daten zu ihrer Beliebtheit veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis:
Instagram-Formate 2026: Was die Metricool-Studie über ihren Impact zeigt
Welches Format bringt mehr: ein Reel, das tausendfach gesehen wird, oder ein Karussell, das tausendfach gespeichert wird? Eine aktuelle Metricool-Studie hat genau das untersucht – anhand von 24.364.803 Instagram-Beiträgen von 375.118 Accounts weltweit. Das Ergebnis: Jedes Format zahlt sich aus, nur nicht für denselben Zweck. Wer 2026 auf Instagram sichtbar bleiben will, muss verstehen, wofür welches Format eigentlich gut ist – und verschiedene Formate gezielt kombinieren, statt sich auf eins zu verlassen. Genau darum geht es bei den Instagram-Formaten, die dieses Jahr wirklich zählen.
Die Studie: 24 Millionen Beiträge zeigen ein klares Bild
Metricool hat für die Studie zwei Zeiträume verglichen: Januar und Februar 2025 gegen Januar und Februar 2026. Die Accounts wurden dabei nach Followerzahl gruppiert – von Tiny (unter 2.000 Follower) bis Huge (über 1 Million) –, damit ein einzelner viraler Beitrag eines Großaccounts nicht die Ergebnisse kleiner Profile verzerrt. 82 % der Social-Media-Profis setzen Instagram bereits als wichtigste Plattform ein, entsprechend hart ist der Wettbewerb um Sichtbarkeit. Wer die eigene Instagram-Performance einordnen will, braucht genau solche Vergleichswerte.

Warum "Aufrufe" jetzt mehr bedeuten als früher
Ein Wert sticht heraus: Die Aufrufe sind 2026 um 27 % gestiegen. Bevor wir diese Zahl feiern, lohnt sich ein Blick auf die Methodik dahinter. Seit April 2025 gibt es auf Instagram keine Impressionen mehr – die Kennzahl wurde für alle Formate durch Aufrufe ersetzt, und wird großzügig gezählt: Jede erneute Anzeige eines Karussells und jede Wiederholung eines Reels zählt neu, ganz ohne Mindestdauer. Der Algorithmus spielt Beiträge inzwischen mehrfach aus, wenn Nutzer beim ersten Mal nicht reagiert haben, und belohnt gespeicherte oder geteilte Inhalte zusätzlich. Die 27 % sind also auch ein Signal dafür, dass Inhalte heute länger im Umlauf bleiben – nicht nur, dass mehr Menschen sie sehen.

„Vor allem im Paid-Bereich ist es nicht sinnvoll, lediglich die KPI ‚Aufrufe‘ zu betrachten. Insbesondere, wenn man Kampagnen mit softeren KPI-Zielen schaltet (Reichweite oder Traffic), müssen weitere KPIs hinzugezogen werden, um die Performance zu evaluieren. Unsere Empfehlung: Auch wenn das reine Volumen an Aufrufen wichtig ist, muss geprüft werden, ob die Anzeigen für die Userinnen auch relevant sind und ob neue Userinnen erreicht werden. Hierfür empfehlen wir, die Aufrufe zusammen mit der Thumb-Stop-Ratio (es wird aufgehört zu scrollen), der Hold-Rate (das Video wird geschaut), der Frequenz (wie häufig wird das Video an individuelle User*innen ausgespielt) und der CTR zu betrachten, um die Qualität der Aufrufe bewerten zu können.”
Nils Lehnhardt, Senior SEA & Paid Social Media Manager bei adamicus
Bildbeiträge vs. Karussells: im Zweifel Karussell
Die Instagram-Post-Formate sind unter Markenprofilen in 2026 immer beliebter geworden. Es werden 12 % mehr Bildbeiträge und 24 % mehr Karussells veröffentlicht als im Vorjahr. Dieser Mehraufwand lohnt sich zumindest bei einem der beiden Formate eindeutig. Ob "Photo Dump" vom Wochenende, Schritt-für-Schritt-Anleitung im Swipe-Format oder Vorher-Nachher-Vergleiche: Wir lieben es, uns durch Inhalte zu wischen. Karussells wecken die Neugier und binden die Aufmerksamkeit deutlich länger als ein einzelnes Bild.

„Während Karussells im Organic Social Media oft die höchsten Interaktionsraten erzielen, gelten im Paid Social andere Erfolgsfaktoren. Hier entscheidet nicht das Format allein über den Erfolg, sondern die Kombination aus Zielgruppe, Botschaft, Creative und Kampagnenziel. Ein einzelnes Bild kann deshalb ebenso erfolgreich sein wie ein Karussell oder Video. Erkenntnisse aus dem Organic-Bereich sind eine wertvolle Inspirationsquelle, sollten jedoch nicht eins zu eins auf Paid Social übertragen werden. Im Paid-Bereich empfehlen wir, verschiedene Anzeigenformate systematisch gegeneinander zu testen und Entscheidungen anhand der jeweiligen KPIs wie CPA, ROAS oder Conversion Rate zu treffen, anstatt sich ausschließlich an organischen Engagement-Werten zu orientieren.”
Juan Hurtado-Steimle, Head of SEA & Paid Social Media bei adamicus
Warum Karussells bei jeder Kennzahl gewinnen
Karussells schneiden in der Studie ausnahmslos besser ab als Einzelbilder: mit mehr als doppelt so viel Reichweite und Aufrufen, fast viermal so vielen Interaktionen und neunmal mehr Speicherungen. Trotzdem werden sie 37 % seltener genutzt als Bildbeiträge. Der Grund ist nachvollziehbar: Ein einzelnes Bild ist schneller erstellt und fühlt sich vertrauter an. Nur bezahlt man dafür mit Reichweite, die ein Karussell deutlich leichter einbringen würde.

Der Größeneffekt: Bildbeiträge verlieren Aufmerksamkeit
Je größer ein Account, desto schlechter schneidet das einzelne Bild ab. Bei den größten Accounts ist die Reichweite von Bildbeiträgen um 43 % eingebrochen, die Engagement-Rate sogar um mehr als die Hälfte. Karussells dagegen gewinnen in allen Accountgrößen an Shares hinzu – bei kleinen Accounts um 116 %, bei den größten sogar um 132 %. Das Signal ist also eindeutig: Wer heute noch standardmäßig zum Einzelbild statt Karussell greift, verschenkt Reichweite, die mit einem geringen Mehraufwand erreichbar wäre.
Reels: Das Instagram-Videoformat setzt den Maßstab
Von ungeschminkten "Storytimes" beim Kaffeekochen über nahbare "Day in the Life"-Vlogs bis hin zu kurzen, witzigen Memes mit prägnantem Text-Overlay: Reels leben 2026 von Authentizität statt Hochglanz. Es geht weniger um den perfekten Schnitt, als vielmehr um den Hook in den ersten Sekunden.
Ähnlich wie beim Karussell ging es auch beim Instagram-Videoformat, den Reels, im Jahr 2026 nur in eine Richtung – nach oben: 35 % mehr Reels wurden veröffentlicht, und übertrafen dabei alle KPIs aus dem letzten Jahr.

Das einzige Format mit einer steigenden Engagement-Rate
Reels erzielen im Schnitt mehr als viermal so viele Interaktionen wie ein einzelner Bildbeitrag. Noch bemerkenswerter: Sie sind das einzige Format, dessen Engagement-Rate 2026 tatsächlich gestiegen ist, um 25 %. Alle anderen Formate stagnieren oder verlieren an dieser Stelle.
Doppelte Watch Time, deutlich mehr Shares
Die durchschnittliche Wiedergabedauer pro Reel hat sich gegenüber 2025 mehr als verdoppelt (+118 %), die gesamte Wiedergabezeit stieg dabei um 139 %. Gleichzeitig blieben die Aufrufzahlen selbst relativ stabil – ein Hinweis darauf, dass der Algorithmus Reels heute gezielter an Menschen ausspielt, die sich wirklich dafür interessieren. Auch die Shares legten deutlich zu, um 67 % gegenüber dem Vorjahr.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Studie am Beispiel der Foodcreatorin @bingehousebysakshi: Sie zeigt nicht einfach Rezepte, sondern erzählt Geschichten – mit ruhigen Kamerabewegungen, warmen Farben und Captions, die eher poetisch als werblich klingen. Ihre Reels erzielen im Schnitt 33-mal mehr Aufrufe als Accounts vergleichbarer Größe. Nicht die Perfektion der Aufnahme entscheidet, sondern ob und wie eine Geschichte erzählt wird und was davon tatsächlich beim User hängen bleibt.

Reels vs. TikTok: wo gewinnt Instagram, und wo nicht
Im direkten Vergleich der Short-Video-Plattformen bleibt TikTok bei kurzen Vertikalvideos vorn: Instagram-Reels erzielen im Schnitt 29 % weniger Aufrufe und 14 % weniger Interaktionen als TikTok-Videos.
Bei Karussells kehrt sich das Bild um: Auf Instagram erzielen sie 4,7-mal mehr Aufrufe und 5,8-mal mehr Interaktionen als auf TikTok. Die Formatwahl entscheidet also nicht nur zwischen Reel und Karussell, sondern auch zwischen den Plattformen, auf denen ein Format sein Potenzial wirklich ausspielt. Als Instagram-Videoformat bleibt das Reel damit klar die erste Wahl auf der Plattform selbst – auch wenn TikTok beim reinen Video-Vergleich vorn liegt.
Stories: totgesagt, aber quicklebendig
"Get ready with me" am Morgen, "Behind the Scenes" aus dem Büroalltag oder interaktive AMA-Runden (Ask me Anything) über den Fragen-Sticker: Stories sind 2026 mehr denn je das digitale Wohnzimmer der Creator und Marken. Hier findet die echte Bindung statt.
Das Instagram-Story-Format wirkt 2026 auf den ersten Blick unauffällig – die Reichweite bewegt sich in etwa auf Vorjahresniveau. Zwei weitere Werte erzählen jedoch eine andere Geschichte: Die Antworten auf Stories sind um 88 % gestiegen, und die Abbruchrate ist um über 6 % gesunken. Nutzer sehen also nicht nur zu, sie bleiben länger dran und treten aktiver in Kontakt. Stories haben sich damit zu einem direkten Community-Kanal entwickelt statt zu einem reinen Reichweiten-Format.

Was den Algorithmus 2026 wirklich triggert
Neben dem Format selbst entscheiden ein paar kleinere, oft unterschätzte Stellschrauben mit darüber, wie gut ein Beitrag performt – und genau die gehören in jede solide Instagram-Strategie.
1. Hashtags raus, Instagram-SEO rein
Beiträge mit Hashtags erzielen im Schnitt 32 % weniger Aufrufe und 34 % weniger Interaktionen als Beiträge ohne. Das heißt nicht zwingend, dass Hashtags selbst schaden – aber sie sind offensichtlich nicht mehr der Hebel, für den sie lange gehalten wurden. Wichtiger wird stattdessen die Wortwahl in der Caption: Seit Juli 2025 tauchen öffentliche Instagram-Beiträge auch in den Suchergebnissen von Google und Bing auf. Instagram entwickelt sich zunehmend zur Suchplattform – wer die richtigen Keywords in der Caption nutzt, wird auch dort gefunden.
2. Fragen, CTAs und Erwähnungen
Eine simple Frage in der Caption bringt 37 % mehr Kommentare. Ein CTA, der explizit zu Kommentaren oder Speicherungen auffordert, verdreifacht die Kommentare und verdoppelt die Saves – nur beim expliziten Like-Wunsch dreht sich der Effekt um: Beiträge, die um Likes bitten, erhalten 5 % weniger davon, vermutlich weil Likes spontan vergeben werden und sich nicht erzwingen lassen. Auch Erwähnungen zahlen ein, besonders für kleine Accounts: Tiny Accounts gewinnen dadurch 108 % mehr Reichweite.
3. Posting-Frequenz und beste Zeit
Wie oft man posten sollte, hängt stark von der Accountgröße ab. Kleine und mittlere Accounts profitieren von Regelmäßigkeit: 7 bis 14 Beiträge pro Woche bei Tiny/Small, 14 bis 30 bei Medium Accounts bringen die meisten Interaktionen pro Beitrag. Bei Accounts mit über 100.000 Followern kehrt sich das um – wer seltener als einmal pro Woche postet, erzielt pro Beitrag fast sechsmal mehr Interaktionen als ein täglich postender Account gleicher Größe. Die beste Uhrzeit zum Posten bleibt über alle Wochentage hinweg stabil: zwischen 19 und 21 Uhr.
Was Adam Mosseri (Instagram-Chef) für 2026 rät
Dass es 2026 weniger um die perfekte Ästhetik und mehr um die Glaubwürdigkeit geht, bestätigt auch Instagram-Chef Adam Mosseri in seinen 10 Creator-Tipps für 2026:
„In einer Welt, in der KI jede Ästhetik erzeugen kann, entscheidet künftig weniger, was gezeigt wird, sondern wer etwas teilt.”
Quelle: Horizont
Zwei seiner Punkte passen exakt zu den Metricool-Zahlen: Perfektion wird zur Red Flag, während Unperfektheit als Beweis für echten, menschlichen Content gilt – und der klassische Feed verliert an Bedeutung, weil Sharing zunehmend in Direktnachrichten stattfindet. Beides erklärt, warum rohe, storygetriebene Reels wie das Beispiel oben aktuell so gut funktionieren: Sie wirken echt, nicht produziert.

Instagram Ads: Paid-Social-Budgets folgen der organischen Performance
Werbung auf Instagram funktioniert 2026 nach denselben organischen Prinzipien – nur mit Budget dahinter. Wie enorm wichtig die Plattform für Werbetreibende ist, zeigen aktuelle Prognosen: Laut eMarketer soll Instagram inzwischen über 50 % der gesamten US-Werbeeinnahmen von Meta ausmachen. Gleichzeitig entfallen mittlerweile 53 % aller Ad-Platzierungen auf das Reels-Format. Wer hier Budget effizient einsetzen und den Algorithmus für sich arbeiten lassen will, muss die Erkenntnisse der Metricool-Studie zwingend in seine Mediaplanung übersetzen:
Awareness durch Reels: Videos und Reels übertreffen Einzelbilder bei der Interaktionsrate. Reels sind daher die unangefochtene Nummer eins für den Erstkontakt und die maximale Reichweite, wenn es auf Instagram darum geht, am Anfang der Customer Journey Werbung zu schalten.
Consideration durch Karussells: Um Produkte zu erklären und Vertrauen aufzubauen, ist das Karussell unschlagbar. Neunmal mehr Speicherungen in der organischen Studie zeigen, dass Nutzer diese Inhalte als wertvoll erachten – das macht sie zum perfekten Format für Retargeting und tiefergehende Consideration-Kampagnen.
Die kritischen ersten 72 Stunden: Rund 70 % aller organischen Aufrufe passieren in den ersten drei Tagen nach Veröffentlichung. Werbekampagnen sollten daher genau in diesem Startfenster engmaschig überwacht, jedoch nicht angepasst oder optimiert werden. So können Sie erkennen, welche Formate vom Algorithmus als relevant erachtet werden, ohne die anfängliche Lernphase zurückzusetzen.
Eine Modemarke aus der Studie spielte genau nach diesen Regeln: Sie nutzte konsistente Bildsprache über alle Formate hinweg, kombiniert mit Kooperationen, die neue Zielgruppen erschlossen. Das Ergebnis: bis zu 18-mal höhere Interaktionsraten als bei vergleichbaren Accounts.

„Videos und Reels sind längst nicht mehr nur für den Upper Funnel relevant. Richtig eingesetzt leisten sie auch im Performance-Bereich einen wesentlichen Beitrag zur Conversion. So entfielen bei einem unserer Kunden aus der Schmuckbranche im Zeitraum Januar bis Juni 2026 rund 31 % aller Conversions auf Video Ads. Wir empfehlen daher, Videos und Reels weniger entlang der klassischen Customer Journey oder einzelner Funnel-Stufen zu entwickeln. Deutlich wirkungsvoller ist eine Ausrichtung an den fünf Awareness-Stufen nach Eugene Schwartz, da sich Botschaften so wesentlich präziser auf den jeweiligen Wissens- und Entscheidungsstand der Zielgruppe abstimmen lassen.”
Nils Lehnhardt, Senior SEA & Paid Social Media Manager bei adamicus
Strategie statt Bauchgefühl: So gelingt der Formatmix auf Instagram und Co.
Die Zahlen zu Organic Social Media zeigen vor allem eins: Es gibt nicht das eine richtige Format. Reels bringen Reichweite, Karussells bringen Interaktionen, Stories bringen Nähe. Wer alle drei Formate strategisch statt aus reiner Gewohnheit einsetzt, verschenkt keine Performance mehr an ein Format, das eigentlich für einen anderen Zweck gedacht war. Wer die eigene Instagram-Strategie schärfen möchte, findet in genau diesen Rohdaten das ideale Fundament.

„Die Frage ist selten, welches Anzeigenformat eingesetzt werden sollte. Entscheidend ist vielmehr, welche Botschaft an welche Zielgruppe kommuniziert werden soll. Bei einem Kunden aus dem Beauty-Segment haben wir deshalb zunächst die strategische Grundlage geschaffen und gemeinsam ein Value Proposition Canvas entwickelt sowie Zielgruppen, Schmerzpunkte und Bedürfnisse definiert. Erst auf dieser Basis sollte entschieden werden, welche Inhalte kommuniziert werden, welche Awareness-Stufe angesprochen wird und ob sich dafür ein Static Ad, ein Karussell oder ein Video Ad am besten eignet. Die Auswahl der Formate erfolgt erst im letzten Schritt, um eine hohe Creative Diversity sicherzustellen, unterschiedliche Nutzertypen anzusprechen und kontinuierlich neue Zielgruppen zu erreichen.”
Nils Lehnhardt, Senior SEA & Paid Social Media Manager bei adamicus
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